Ursachen

Die Anonymität, die im Internet herrscht, übt eine sehr große Anziehungs-kraft auf die Menschen aus. Man kann seine wahre Identität für sich behal-ten und muss die Eigenschaften und Charakterzüge, die man an sich selbst nicht besonders mag, auch nicht preisgeben.
Für Personen, die wenig Selbstwertgefühl haben oder mit dem Leben nicht zufrieden sind, ist das Internet eine geniale Lösung. Man lernt neue Leute kennen, baut Freundschaften auf und trotzdem ist dieser schützen-de und beruhigende Abstand zu den andern da.
Man kommt mit Leuten in Kontakt, die man im realen Leben nie kennen gelernt hätte, weil man zu schüchtern ist, weil man nie angesprochen wird oder weil man im realen Leben ein anderes soziales Umfeld hat.
In Internetforen und Chatrooms tritt zumeist auch ein starkes Gruppenge-fühl auf. Diese Gruppenzugehörigkeit gibt den gefährdeten Personen die Bestätigung, angehört zu werden und nicht allein dazustehen.
Wie jeder weiß, ist das Gefühl, irgendwo dazu zu gehören, ein gutes und auch notwendiges Gefühl, um glücklich zu sein. Menschen, denen es im echten Leben eher schwer fällt, einen sozialen Kontakt aufzubauen und ihn zu halten, tun sich im Internet aufgrund eines Schutzschildes in Form des Bildschirmes um vieles leichter, neue Bekanntschaften zu schließen und sich ein soziales Umfeld zu schaffen.
„Das Fliehen vor der Realität kann Flucht vor persönlichen Problemen be-deuten; vor Problemen mit sich selbst (z.B. Minderwertigkeitskomplexe) oder mit seinem sozialen Umfeld (Integrationsschwierigkeiten, Probleme der Kontaktaufnahme, Einsamkeit etc.). Die darin verborgenen Wünsche werden in der Realität nicht erfüllt, sodass das Internet mit seinen ge-schützten, anonymen Räumen stellvertretend aufgesucht wird, um De-pressionen, Angstzustände oder einfache Alltagsverstimmungen zu be-kämpfen.“

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